Wie alles begann

Nach den Sommerferien 2015 haben wir uns auf die Suche nach Tools gemacht, welche uns ein digitales Arbeiten im Schulalltag ermöglichen könnten. Die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Dienste haben wir auf Herz und Nieren geprüft. Im Herbst 2015 hat Google begonnen, sein Produkt in die Beta-Phase zu setzen. Durch Feedback unsererseits (und weltweit anderer) wurden diverse Verbesserungen gemacht und das System kontinuierlich weiter entwickelt. Wir haben uns schlussendlich für Google Apps for Education entschieden. Seit dem Schuljahr 2015/2016 arbeiten wir damit.

Während den Ferien haben wir Tutorial-Videos aufgenommen. Schrittweise haben wir unsere SchülerInnen angeleitet: Zuerst sich erfolgreich einzuloggen, um mit der (neuen) Oberfläche bekannt zu werden. Als nächstes haben wir Arbeitsblätter, Elterninformationen und Briefe auf dem Drive digital zur Verfügung gestellt.

Classroom: Kursaufgaben A2a

Dann war es Zeit, classroom mit elektronischen Aufträgen zu füllen und den SchülerInnen die Vorteile von kollaborativem Arbeiten zu zeigen (stets alle Blätter dabei, alle Infos an einem Ort vorhanden). Files für gemeinsame Präsentationen wurden für Gruppenmitglieder freigegeben. Schnell war die Chat-Funktion entdeckt – Fragen posten, kommentieren, gemeinsam lernen und arbeiten wurde Alltag.

Classroom: Kurs-Übersicht

Der nächste Schritt stand an: der gemeinsame, digitale Kalender. Ein Stundenplan mit Hausaufgaben, Geburtstagen, Ausflügen, Exkursionen und Prüfungen als Wochen- und Monatsübersicht, was die Eltern sehr schätzen:

Kalender: Klassen, Team, Persönlich

Weiter wurden Streams in classroom vermehrt als Lektionsablauf genutzt: Theorie-Einträge/Erarbeitung, Arbeitsblätter, Videos um Dinge zu vertiefen oder auf einem tieferen Level nochmals zu wiederholen und weiterführende Links mit zusätzlichem Übungsmaterial.

Zudem verfassen wir von Ferien zu Ferien Quintalspläne, in welchen die Lernziele der einzelnen Lektionen und überfachlich notiert werden. Die Eltern gewinnen einen kleinen Einblick in unseren Schulalltag, was sehr geschätzt wird. An Elternabenden bekommen wir ausschliesslich positives und ermutigendes Feedback zu unserer (digitalen) Arbeit. Die Befürchtung der Eltern, dass ihre Kinder nur noch vor dem Computer sitzen, hat sich nicht bewahrheitet: Von 10 Lektionen werden 8 „normal“ abgehalten. Dort, wo es Sinn macht, digital zu arbeiten, machen wir das auch (Schreibaufträge, Recherchen, Präsentationen, Wörter lernen, Umfragen, Grammatikerarbeitung und -Vertiefung, kollaboratives Arbeiten, etc.).

Formative Lernkontrollen und Prüfungen haben sich vermehrt vom Papier auf digital verschoben – sehr zur Freude der SchülerInnen! Gross war die Freude, als sie im Fach Englisch selber ein Quiz über Sportaktivitäten erstellen durften: Multiple-Choice-Fragen mit Bildern und Videoeinspielungen. Da die richtigen Antworten hinterlegt werden können, war das Quiz auch sehr schnell korrigiert und die Ergebnisse sogleich ersichtlich.

Formative: Auszug Physikprüfung

Andere ArbeitskollegInnen wurden durch unsere Erfahrungen inspiriert. An Kurzweiterbildungen nehmen wir sie Schritt für Schritt mit. Administrative Dinge und Abläufe konnten erheblich vereinfacht werden, sehr zur Freude des Kollegiums. Durch die Erfahrungen, welche wir gemacht haben, werden wir hin und wieder in andere Schulen eingeladen oder von Schulen besucht. Durch Weiterbildungen oder Studiengänge an der Pädagogischen Hochschule Zürich ergeben sich zudem neue Vernetzungen und Informationsaustausche.