Flipped Classroom

8 Tipps für den Erfolg mit Flipped Classroom

Aus dem Englischen von Nate Ridgway (Originaltext hiergekürzt und ergänzt von Michael Lutz)

1. Information an Erziehungsberechtigte

Es ist sehr wichtig, den Erziehungsberechtigten eine solche Änderung mitzuteilen, und das sollte gut durchdacht sein. Hier ist der Brief (Englisch), den ich an die Erziehungsberechtigten geschickt habe. (Sie können ihn gerne kopieren und für Ihre eigenen Zwecke abändern!). Sie sollten die Eltern ebenso wie die Schüler darüber informieren, was sie erwartet. 

Michael Lutz hat ein Video aufgenommen, in welchem er das Konzept und die Vorteile erklärt und hat dieses den Erziehungberechtigten zugestellt.

Stacey Roshan hat eine Kombination von Informationsbrief und Videos gewählt.

 

2. Aufbau der Struktur

Als ich meine Struktur für den umgedrehten Kurs aufstellte, wollte ich sicherstellen, dass ich den Schülern ein hohes Mass an Unterstützung biete und ihnen gleichzeitig die Flexibilität gebe, etwas Neues auszuprobieren. 

  • Einen Videoinput für zu Hause
  • Aufgaben welche das Verständnis des Videoinputs überprüfen
  • Lösungen welche die Richtigkeit der Aufgaben bestätigen
  • Möglichkeit mich zu kontaktieren
 

3. Übersichtsplan

Ich habe schon früh beschlossen, dass die Schüler und ich einen gemeinsamen Plan mit den Tageszielen, Hausaufgaben und anderen relevanten Aufgaben führen werden.  Bei diesem Plan habe ich mit Blockzeiten gearbeitet und folgende Dinge festgelegt:

  • Obligatorische Zeiten und geflippte Zeiten: An manchen Tagen, in der Regel bei schwierigerem Material oder bei Themen, die nicht digital bearbeitet werden können, müssen meine Schüler - und zwar alle - physisch im Unterricht anwesend sein.
  • Hausaufgaben: Um den Schülerinnen und Schülern zu helfen, den Überblick zu behalten, habe ich wichtige Dinge farblich hervorgehoben.
  • Slides-Hausaufgaben: Hierbei handelt es sich um Hausaufgaben, die in der Klasse auf der Google-Folie des jeweiligen Tages gegeben wurden. Ich verwende im Unterricht "HyperSlides", die im Grunde genommen kunstvolle "HyperDocs" sind. Hier sind ein paar Beispiele dafür: Beispiel 1 (Englisch) / Beispiel 2 (Englisch).
  • Zusätzliche Hausaufgaben: Ich verwende kein Lehrbuch, so dass die Schüler einige zusätzliche Lektüren und andere Aufträge erledigen müssen.
  • Fortlaufende Hausaufgaben: Was bereits zugewiesen wurde, aber irgendwann in der Zukunft fällig ist.
  • Flipgrid-Reflexionen: die Schülerinnen und Schüler müssen wöchentlich eine Reflexion über den Unterrichtsstoff verfassen. 

 

4. Voraussetzungen zum Umdrehen

Nate hat seine Gymnasiasten wählen lassen, ob sie flippen möchten oder im normalen Unterricht anwesend sind. Deshalb ist Punkt 4 aufgeführt. Michael Lutz hat das "umgedrehte Klassenzimmer" auf der Sekundarstufe I obligatorisch für ein paar Wochen erklärt. In seinem Fall braucht es diesen Punkt nicht.

Ich habe vier Voraussetzungen festgelegt, die meine Schüler erfüllen müssen, um flippen zu können. Damit soll sichergestellt werden, dass die Schüler den Inhalt beherrschen, die erforderlichen Fähigkeiten entwickeln und die für den Erfolg notwendige Arbeitsmoral aufrechterhalten. Wenn Sie sich entschliessen, eigene Kriterien aufzustellen, sollten Sie sich von Ihrer Schulleitung beraten lassen und Empfehlungen einholen.

Voraussetzungen:

  1. Sie dürfen in der laufenden Unterrichtseinheit keine "Pflichttage" versäumen.
  2. 70 % im Kurs erreichen, gemessen an den jeden Freitag aktualisierten Noten.
  3. Höchstens 1 fehlende Aufgabe in der aktuellen Lehreinheit haben.
  4. Eine wöchentliche oder zweiwöchentliche Reflexion abgeben.
Nur um das klarzustellen: Die Studierenden müssen alle vier Voraussetzungen erfüllen, um flippen zu können. Wenn sie eine Aufgabe verpassen, nehmen sie bis zur nächsten Überprüfung der Teilnahmeberechtigung (normalerweise einmal pro Woche) am Unterricht teil.

 

5. Datenerfassung

Durch die elektronische Überprüfung von Aufgaben erhielt Michael Lutz ein sehr konkretes Bild darüber wie es um den Wissenstand der Klasse bzw. von einzelnen Schülerinnen und Schülern stand. Darauf konnte er in der nächsten Unterrichtslektion eingehen oder die Gruppen so zusammenstellen, dass sie sich gegenseitig unterstützen konnten:

Classtime: Auswertung Aufgabenset
 

6. Im Kontakt bleiben

Es ist wichtig, mit Schülern und Eltern in Kontakt zu bleiben. Ich empfehle zahlreiche E-Mails, die Verwendung von Apps wie Remind, Telefonanrufe oder eine Kombination aus beidem. Brieftauben sind ebenfalls eine effektive, aber unordentlichere Option.

Mit meinen (Michael Lutz) Schülerinnen und Schülern habe ich regelmässig über Highlights und Durststrecken gesprochen. Es sind alle dran geblieben!

 

7. Vorbereitung der SchülerInnen

Die Vorbereitung Ihrer Schülerinnen und Schüler wird Ihnen den Übergang von einem "starren" zu einem "flipped" Klassenzimmer sehr erleichtern. Ich habe die folgenden Fertigkeiten mehrmals gelehrt, bevor meine Schüler ihr erstes "flipped" Semester begannen.

Akademisch:
Führen Sie eine Agenda/Planer.
Planen Sie Zeit für die Arbeit am Kursmaterial und das Lernen ein.

Zugänglichkeit:
Auf alle Kursmaterialien problemlos zugreifen können.
Sie sollten wissen, wie Sie zu Hause auf das Internet zugreifen oder Google Apps offline nutzen können.

Erwartungshaltung:
Halten Sie sich an die Erwartungen, die zu Beginn des Kurses festgelegt wurden.

Rückmeldung:
Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihr Lernen zu reflektieren.
Setzen Sie sich für sich selbst ein, indem Sie viele Fragen zum Material, zu den Hausaufgaben oder zu Fähigkeiten, bei denen Sie Hilfe benötigen, stellen.

 

8. Grundsätze

Meiner Erfahrung nach sollten sich die folgenden Grundsätze in Ihrem geflippten - und nicht geflippten - Klassenzimmer wiederfinden:

  1. Erhöhen Sie den Zugang und bauen Sie Barrieren ab.
  2. Machen Sie Technik interaktiv.
  3. Bieten Sie den Schülern die Möglichkeit, aus verschiedenen Prozessen und Produkten zu wählen, wie sie lernen wollen.
Bis dahin, viel Spass beim Umdrehen!
Nate Ridgway

(die Originalfassung auf Englisch findet sich auf Nate's Blog)